Baumfällungen in Potsdam


Trotz Klimanotstand in Potsdam: Baumfällungen im Potsdamer Stadtgebiet werden von Aktivisti kritisiert

Baumfällungen in Potsdam

Ein Kommentar von: Otto Richter

Im Baugebiet zwischen Heinrich-Mann-Allee und Kolonie Daheim fanden kürzlich Baumfällungen für weitere Wohnungen statt. Obwohl wir nun seit mehr als einem halben Jahr im „Klimanotstand“ leben wird deutlich: Das „Business as Usual“ geht weiter - Stadtentwicklung auf Kosten von Natur und Lebensqualität. Die dort befindlichen Großgehölze standen nicht primär dem Entstehen weiterer Wohnungen, sondern nur der uneingeschränkten Bauflächenmaximierung entgegen. Die Bäume, die wertvoller Bestandteil der bis vor kurzem bestehenden Sportanlagen waren, hätten als Großgrün erhalten werden können. Daher widersprachen auch andere Naturschutzverbände den Vorhaben, doch offenbar ohne Gehör der Stadt Potsdam.

Es ist selbstverständlich, dass sich Lebensräume verändern. Kaum jemand möchte in dem Potsdam von vor einhundert Jahren leben und all die Verbesserungen seit damals missen. Die Klimakrise, die sich immer mehr in unserem nahen Umfeld zeigt, macht es notwendig, mehr auf unsere Umgebung zu achten. So muss sich auch die Stadtentwicklung anpassen und endlich Grünflächen erhalten, wo es möglich ist - nicht zuletzt auch im Sinne der Lebensqualität für die zukünftigen Einwohner.

Oberbürgermeister Mike Schubert formuliert als einer seiner fünf Ziele, er wolle „Grünflächen und Freiräume erhalten, weil eine Stadt mehr ist als nur Wohnraum“. Die aktuellen Entwicklungen der Stadt Potsdam scheinen jedoch nicht nur dem im August 2019 ausgerufene Klimanotstand, sondern auch dem dem Ziel, Freiräume und Grünflächen zu erhalten, untreu zu bleiben. Schon am 01. November 2019 haben sich Aktivisti von Fridays for Future Potsdam gegen Rodungspläne in anderen Potsdamer Stadtteilen gewehrt.

Ich hoffe, dass in diesem angebrochenen neuen Jahrzehnt auch ein Umdenken in der Potsdamer Stadtpolitik einsetzt, sodass Stadtgrün demnächst keine Zukunftsvision mehr ist, sondern fest zum Stadtbild Potsdams gehört.

Auch weitere Stadtgebiete betroffen

Ein Kommentar von: Corinna Pohl

Die letzten 2 Sommer waren heiß und trocken – wir müssen uns nichts vor machen, weitere dieser Art werden folgen. Doch warum werden Bäume in Hauruckaktionen totgesagt und gefällt? – so wie zum Beispiel im August 2019 im Umfang von 120 Bäumen im Waldpark, Teil des Volksparkes. Hier könnte zunächst die Möglichkeit einer Absperrung genutzt werden, um das rechtliche Risiko durch Astbruch zu vermeiden – so auch gesehen in anderen Teilen Potsdams. Die Information durch die ProPotsdam kam genau eine Woche vor Beginn der Fällarbeiten und gaben der Bevölkerung keine Chance der Reaktion. Warum, fragen wir uns? Wenn Bäume tatsächlich im Frühjahr tot sind, können sie dann auf gesicherter Basis gefällt werden – und nicht voreilig.