Es geht doch: Entschlossenes Handeln ist möglich


Kommentar: Warum wird alles erdenkliche gegen die Ausbreitung des Coronavirus, aber nicht gegen den Klimawandel unternommen

Es geht doch: Entschlossenes Handeln ist möglich

Ein Kommentar von: Otto Richter

Der Coronavirus hat das geschafft, was wir seit Ewigkeiten fordern: Kaum ein Flugzeug mehr am Himmel und die Wirtschaft hat kaum noch Emissionen. Nur die Art und Weise, die entspricht offenbar nicht ganz unseren Vorstellungen. Wir wollten weder das öffentliche Leben stoppen, noch die Weltwirtschaft zum erliegen bringen. Aber um das schlimmste Abzuwenden, sind wir bereit, uns einzuschränken, Läden zu schließen, unsere Wege einzuschränken.

Alle sind entschlossen zu handeln, die Krise ist so greifbar, dass es kaum jemand hinterfragt, wenn Schulen schließen, Veranstaltungen abgesagt werden und der Flugverkehr eingeschränkt wird. die Krise ist so nah, dass innerhalb von wenigen Tagen Krisensitzungen in allen Bereichen einberufen werden. Die Krise ist so nah, dass jede*r bereit ist, sein privates Leben einzuschränken, um die Geschwindigkeit der Neuinfizierungen bestmöglich zu senken.

Doch wenngleich die Ausbreitung des Coronavirus wohl gleich die akuteste Bedrohung für unsere Welt ist, so scheint sie bei weitem nicht die Schlimmste. Die Folgen sind uns bekannt und zeigen sich bereits - etwa in zunehmenden Extremwetterereignissen und Waldbränden. Wie beim Coronavirus kann man hier kaum Prognosen treffen, die genauen Folgen sind kaum einzuschätzen und vor allem: Es kommt fast immer schlimmer als gedacht.

Gemeinsam ist aber, dass viele Experten warnen, sofort zu handeln. Was Top-Virologe Drosten von der Charité empfiehlt, wird quasi direkt von der Politik umgesetzt. Stellen wir uns das mal bei der Klimakrise vor! Ein entschlossenes Handeln, internationale Zusammenarbeit und Politiker, die auch auf die Wissenschaft hören.

Es mag utopisch sein, dass wir die Klimakrise rechtzeitig und nicht erst kurz vor den ersten Kipppunkten derart massiv bekämpfen. Aber wünschen kann man es sich ja trotzdem. Lasst uns, nachdem das Schlimmste der Coronakrise überwunden ist, den entschlossenen Kampf auch gegen die Umwelt- und Klimaverschmutzung fortsetzen!